Kinderhandel und Kinderbettler im Senegal

Photo: Al Jazeera

Kinderbettler im Senegal, auch als „Almud“ der „Talibé“ bezeichnet, werden von Bürgerrechtsorganisationen als schwerwiegendes Problem bezeichnet, da mit ihnen auch der Kinderhandel gefördert wird. Das Betteln von Kindern verstößt gegen die Artikel 4, 7, 5, 12, 14, 15 und 21 der „Afrikanischen Charta für Rechte und Wohl von Kindern“, wie Menschenrechtsorganisationen ausführten, die sich kürzlich in Banjul, der Hauptstadt Gambias, trafen. Die Organisationen tagten in einer Nebenkonferenz zur Hauptveranstaltung des „African Commission on Human and People’s Rights“, die von der „Afrikanischen Versammlung zur Verteidigung der Menschenrechte“ (RADDHO) geleitet wurde.

Kinderbettler, die zwischen 5 und 15 Jahre alt sind, sind nahezu ausschließlich Jungen, die in „daaras“ (Wolof für Koranschulen) von Koranlehrern unterrichtet werden.

Auch eine Angelegenheit für Gambia, Mali und Guinea
Die meisten „daaras“ erheben keine Beiträge für Unterricht, Nahrung oder Unterbringung. Stattdessen müssen die Kinder mehrere Stunden täglich auf der Straße um Geld betteln, zusätzlich zum Koranunterricht, bei dem sie mehrere Stunden am Tag Teile des Korans auswendig lernen.

Das Problem der Kinderbettler ist laut Gaye Sowe, Generalsekretär des „Institute of Human Rights and Development in Africa“ (IHRDA) nicht nur eine Angelegenheit des Senegals. Die Nachbarländer Gambia, Guinea-Bissau und Mali sind mit dem gleichen Problem von Kinderbettlerei konfrontiert.

Sowe schlug vor, dass die Generaldirektoren aller Bürgerrechtsorganisationen mit der RADDHO zusammenarbeiten sollten, damit durch ein gemeinsames Vorgehen das Problem der Kinderbettlerei angegangen werden kann. Er schlug der RADDHO vor, dass ebenfalls das „African Children Charter Project“ (ACCP) bei der Bewältigung des Problems eingebunden werden könnte.

Illegaler Handel zwischen Senegal und Gambia
Vor mehreren Monaten wurden an der gambisch/senegalesischen Grenze ein schockierender Fall von Kinderhandel aufgedeckt.
Es wurden drei Kinder entdeckt, die sich auf dem Weg von der Casamance, im Süden des Senegals, zur Hauptstadt Dakar in verschlossenen Kisten aus Karton befanden.
An der Grenze wurde das Fahrzeug angehalten. Während die senegalesische Polizei das Fahrzeug inspizierte, vernahmen Sie Geräusche in einem der Kartons. Zusammen mit dem herbeigerufenen Fahrer wurden alle drei Kartons geöffnet. In den Kartons befanden sich drei Kinder, eines von ihnen war tot.
„Die anderen beiden waren am Ersticken. Jedem der Kinder war der Mund mit einem Klebestreifen zugeklebt worden“, sagte ein Augenzeuge. Das Fahrzeug hatten Gambia bereits vollständig durchfahren, bevor es an der gambisch/senegalesischen Grenzstation „Poste Keur Ayub“ am Stadtrand von Farafenni gestoppt wurde.

RADDHOs Sekretär Sadikh Nass beschreibt Kinderbettlerei als einen Akt, der in „absoluter Verletzung der Rechte von Kindern“ steht.“

Die Notwendigkeit Kinderbettlerei im Senegal zu beenden

Nass führte aus, dass sich die Situation im Senegal nicht geändert hat, trotz entsprechender Empfehlungen des „Komitees der Afrikanischen Kommission“, die darauf zielten, solche untragbaren Zustände zu stoppen. Die Regierung habe ebenfalls nicht genug getan, um das Betteln von Kindern zu unterbinden, sagte Nass weiter.

Laut RADDHO bestanden die Empfehlungen darin, Kinderhandel zu bekämpfen und die Straffreiheit für Täter zu beenden. Die Umsetzung dieser Empfehlungen würde auch eine Untersuchung der Schuld von Akteuren wie die Marabouts, Lehrer, Polizei beinhalten und die Regierung des Senegals dazu zwingen einen Bericht über die Situation von Straßenkindern vorzulegen.

Der gambische Kinderrechtsaktivist meinte, der aufgedeckte Fall von Kinderhandel an der Grenze zeige, dass „wir mehr unternehmen müssen, um Menschenhandel zu bekämpfen. Besonders die Sicherheitskräfte müssen besser ausgerüstet werden, um Fälle von illegalem Handel aufzudecken.“

Quelle: www.gambiabeat.wordpress.com von Sanna Camara (übersetzt aus dem Englischen von H. Schultz)

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